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Ergänzungen zu § 60a Urheberrechtsgesetz (UrhG) - Unterricht und Lehre

Ergänzungen zu § 60a Urheberrechtsgesetz (UrhG) - Unterricht und Lehre

 Detailinformation

I. Allgemeines

Veröffentlichte, urheberrechtlich geschützte fremde Werke oder Werkteile dürfen Sie ausnahmsweise ohne Zustimmung des Rechteinhabers vervielfältigen, verbreiten, öffentlich zugänglich machen und in sonstiger Weise öffentlich wiedergeben.

 

II. Definitionen im Zusammenhang mit § 60a UrhG

  • Vervielfältigung bedeutet jedes Abspeichern, Einscannen oder Kopieren fremder Werkdateien/Werke.
  • Verbreiten bedeutet das Inverkehrbringen des körperlichen Werkstücks.
  • Öffentliches Zugänglichmachen bedeutet das Hochladen der Werkdateien auf einen Server, um es Studierenden und/oder wissenschaftlichen Mitarbeitern zur Ansicht oder zum Herunterladen zur Verfügung zu stellen.
 

III. Voraussetzungen und Beispiele

1. Veröffentlichte geschützte Werke

  • Wissenschaftliche Fachaufsätze, Stellungnahmen, Kommentare, Bücher, Artikel
  • Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art, z.B. Pläne, Skizzen, Karten, Tabellen, Zeichnungen, Fotografien, Abbildungen
  • Unterlagen zu Universitätsvorlesungen, Vorträge, Reden, Präsentationen, etc.
  • Vergriffene Werke, unabhängig davon, wie lange sie schon vergriffen sind
  • Verwaiste Werke

Bitte beachten Sie:

  • Unveröffentlichte geschützte Werke, z.B. Abschlussarbeiten vonStudierenden, Entwürfe, Arbeitspapiere, werden nicht von § 60a UrhG erfasst. Der Rechteinhaber muss um Zustimmung gebeten werden.
  • Nicht geschützt sind Sprachwerke nach Ablauf von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers, veröffentlichte Messdaten, wissenschaftliche Formeln, amtliche Gesetzestexte.

2. Zulässiger Nutzungsumfang der Werke oder Werkteile

Das Urheberrechtsgesetz legt den zulässigen Nutzungsumfang wie folgt fest:

  • Bei Textseiten max. 15% des Gesamtwerkes (zu berücksichtigen sind sämtliche Seiten, die keine Leerseiten sind und deren Inhalt überwiegend aus Text besteht), bei Filmen (nach Ablauf von 2 Jahren seit deutscher Kinopremiere), Lehrfilmen und Sprachaufnahmen max. 15%.
  • Vergriffene Werke vollständig.
  • Werke geringen Umfangs vollständig:
    • Abbildungen; Druckwerke von max. 25 Seiten; Musikstücke und Filme von max. 5 Minuten Länge; Noteneditionen von max. 6 Seiten
    • Einzelner Beitrag aus einer Fachzeitschrift
    • Beiträge aus Publikumszeitschriften, sog. Kioskzeitschriften, sind nicht erfasst. Textauszüge aus solchen Zeitschriften dürfen nur bis zu 15% genutzt oder müssen im Rahmen des § 51 UrhG zitiert werden.

3. Grundsätzlich keine Veränderung des Werkes

  • Sie dürfen diese fremden Werke grundsätzlich nicht verändern. Gesetzlich zulässig sind Kürzungen oder Zusammenfassungen von Sprachwerken, sofern diese zur Veranschaulichung in der Lehre erfor-derlich sind und Sie solche Änderungen deutlich sichtbar kenntlich ma-chen.
  • Veränderungen wie Übersetzungen, Übertragungen von Liedern in an-dere Tonarten, Größenveränderungen bei Bildern u.Ä. sind erlaubt, so-weit sie für den Benutzungszweck erforderlich sind.

4. Zugänglich für abgrenzbaren Kreis von Unterrichtsteilnehmern

  • Durch die Nutzung der Lernplattform RWTHmoodle oder vergleichbarer Lernportale wird die Nutzung auf die jeweiligen Veranstaltungsteilnehmer begrenzt. Veranstaltungsteilnehmer sind nur diejenigen, die zur Veranstaltung angemeldet sind (nicht etwa alle Studierenden der RWTH oder alle Studierenden eines Studiengangs).
     

    Bitte beachten Sie:

    Keine Begrenzung auf die Veranstaltungsteilnehmer besteht,wenn Videos z.B. bei YouTube eingestellt werden. Vorlesungsaufzeichnungen, die auf dem RWTH-weit verfügbaren Server der Video AG I/1 gezeigt werden, müssen auf die Teilnehmer einer Lehrveranstaltung beschränkt werden.

  • Eine Weitergabe dieser Materialien an andere Lehrende und Prüfer, die auch an der RWTH Aachen unterrichten, ist erlaubt.

5. Zur Veranschaulichung im Unterricht

Es muss eine zeitliche Nähe zum Unterricht geben, z.B. zur Vor- oder Nachbereitung des Lehrstoffs. Der Zugriff ist auf die Dauer der Lehrveranstaltung zu beschränken.

6. Nutzung zu nicht kommerziellen Zwecken

Eine Verwendung der fremden Werke zur Veranschaulichung des Unterrichts von Lehrveranstaltungen der RWTH stellt keinen kommerziellen Zweck dar.

7. Nennung des Urhebers oder Rechtsinhabers und Quellenangabe sind stets erforderlich

Bitte beachten Sie:

  • Zur Bereitstellung von Werken auf Basis von § 60a UrhG eignet sich der Literaturbereich in RWTHmoodle. Hier können Sie die UB per Knopfdruck mit der Digitalisierung und urheberrechtlichen Prüfung der benötigten Werke beauftragen. Bei Fragen zum Literaturbereich wenden Sie sich an semesterapparat@ub.rwth-aachen.de.
  • Der Vergütungsanspruch der Verwertungsgesellschaften ist durch Pauschalzahlungen der Bundesländer abgegolten. Somit ist die Nutzung fremder Werke innerhalb der Vorgaben des § 60a UrhG für Sie kostenfrei.
 

IV. Rechtsberatung

Bitte beachten Sie, dass dieses Merkblatt Ihnen nur einen Überblick über die urheberrechtliche Situation geben soll und keine Rechtsberatung im Einzelfall ersetzt. Bei Fragen oder Unsicherheiten melden Sie sich jederzeit gerne im Dezernat 9.0 – Recht. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

 

(Stand: 26.03.2020)